Hundefutter – Wie ernährt man seinen Hund richtig und gesund?

Ausgewogene Ernährung wichtig wie auch beim Menschen.

Dalmatiner skeptisch vor Teller mit Hundefutter - © stock.adobe.com / Sabimm / 13923226

Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung ist für den Hund genauso ausschlaggebend für Gesundheit und Lebensqualität wie für den Menschen. Falsche Ernährung kann sogar krank machen. Deswegen sollte sich jeder Hundehalter, der viele, glückliche Jahre mit seinem vierbeinigen Freund verbringen möchte, Gedanken über das richtige Futter machen. Möglichkeiten gibt es viele, doch wo liegen die Vor- und Nachteile und was sollte man sonst noch beachten?

Ein Haufen Hunde Leckerlis auf Parkettboden - © CC0 - Pixabay - sipa

Das richtige Futter für den Hund

Optimale Ernährung beinhaltet Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett, Vitamine und Spurenelemente. Besonders Eiweiß ist für den Hund sehr wichtig, da er einige lebenswichtige Aminosäuren nicht selbst produzieren kann. Diese beziehen Hunde am effektivsten aus frischem Fleisch und Fisch. Auch pflanzliche und tierische Fette in Maßen sind lebensnotwendig für den Hund, denn sie liefern die Vitamine A, K, D und E und die gesunde Linolsäure. Kohlenhydrate hingegen benötigt der Hund nur wenig. Lieferanten wie Kartoffeln und Getreide reichen daher in kleinen Mengen. Gerste, Dinkel, Hafer, Roggen und Hirse kann der Hund nicht verwerten, sie müssen also über Nacht eingeweicht und dann kurz aufgekocht werden. Die optimale Art der Versorgung mit Kohlehydraten ist geschrotetes Getreide wie z.B. Hafer- oder Hirseflocken. Manche Hunde vertragen jedoch kein Gluten, hier kann man ganz einfach auf fertige Reisflocken zurückgreifen. 
Weißer Wolf mit Fleischstück beim fressen - © CC0 - Pixabay - extrazeit

Hundefutter - Die Menge macht’s

Der Wolf frisst, sobald er Beute gemacht hat, soviel er kann auf Vorrat. Denn es könnte ja sein, dass er in den nächsten Tagen kein Jagdglück hat. Dieses Verhalten legt auch der Hund an den Tag. Daher ist es wichtig, ihm nicht unbegrenzt Futter zu Verfügung zu stellen, er würde sonst sehr schnell Übergewicht bekommen. Grundsätzlich gilt die Faustregel: 57 Kalorien pro Kilogramm Körpergewicht. Um die optimale Futtermenge für seinen Vierbeiner herauszufinden, reicht es aber nicht, nur Größe und Gewicht zu berücksichtigen. Denn der Kalorienbedarf eines Hundes hängt so wie beim Menschen von mehreren Faktoren ab. So braucht ein arbeitender Rettungshund mehr Energie als ein gemütlicher Faulenzer. Ältere und große Hunde benötigen weniger Kalorien als Welpen und kleine Hunde. Auch kleine Leckerlis zwischendurch sollten in die Berechnung der Futtermenge einfließen. 
Ob man lieber einmal oder zweimal am Tag füttert, ist jedem selbst überlassen. Nach dem Fressen sollte der Hund ruhen, denn sonst besteht die Gefahr einer tödlichen Magendrehung.
Jagdhund liegend auf Wiese mit riesigem Knochen - © CC0 - Pixabay - 2211438

Fertigfutter – Trocken oder Nass?

Ob Fertigfutter hochwertig genug ist, um als gesund zu gelten, ist selbst unter Experten eine Glaubensfrage. Grundsätzlich beinhaltet industriell hergestellte Tiernahrung aber alle Nährstoffe, die der Hund braucht. Ob aus der Dose oder trocken aus dem Sack ist dabei egal. Allerdings besteht Dosenfutter aus 80% Wasser, während im Trockenfutter nur 10% enthalten sind. Das bedeutet, dass Trockenfutter höher konzentriert ist und der Hund schon über kleine Mengen davon zu viele Nährstoffe aufnehmen kann. Außerdem sollte man unbedingt darauf achten, dass der Hund bei Trockenfütterung ausreichend Wasser zu sich nimmt.
Qualitätsunterschiede gibt es selbstverständlich auch. Um diese zu erkennen, sollte man sich mit den Angaben auf den Packungen vertraut machen und lernen, was hinter den Bezeichnungen steht. Hier können Produkttests hilfreich sein. Denn ob gutes Muskelfleisch oder billige Bindegewebsreste verarbeitet wurden, steht so detailliert meist nicht auf dem Etikett. Ein Hinweis auf minderwertiges Fleisch ist die Bezeichnung „tierische Nebenprodukte“, denn das können Dinge wie Knorpel, Sehnen oder Ohren sein. 
Hundefutter Barf - © CC0 - Pixabay - the3cats

Das Beste für den Hund - Kochen und Barfen

Nachdem die Qualität von Industrienahrung immer wieder angezweifelt wird, greifen viele Hundehalter mittlerweile zu Alternativen. Denn bei selbst hergestelltem Futter weiß man, was darin enthalten ist. Barfen („Biologisch artgerechte Rohfütterung“) ist eine ausgewogene und naturnahe Lösung, solange man darauf achtet, nicht ausschließlich Fleisch zu füttern. Auch verschiedene Öle, Gemüse, Kräuter und Kohlehydratlieferanten gehören zu einer ausgewogenen Ernährung. Mittlerweile gibt es in vielen Fachgeschäften schon jede Menge gesunde Zusätze wie z.B. Gemüseflocken oder Kräutermischungen zu kaufen, die den Aufwand beim Zubereiten gering halten. 
Ob man das Fleisch und die weiteren Zutaten kocht oder roh füttert, ist unerheblich, solange auf gute Hygiene geachtet wird. Denn rohes Fleisch kann auch Krankheitserreger enthalten. Reinigt man den Napf jedoch regelmäßig und kühlt, bzw. friert das Fleisch durchgehend, ist das Risiko gering. Gekochtes Fleisch ist besonders für Hunde mit Verdauungsproblemen geeignet, da es leichter verwertbar ist. 
Dunkle Schokolade - © CC0 - Pixabay - AlexanderStein

Nicht jedes Futter ist gut für den Hund

Obwohl der Hund ein Allesfresser ist, gibt es Lebensmittel, die unbekömmlich oder gar giftig für ihn sind. Darunter fallen z.B. Schokolade (enthält für Hunde giftiges Theobromin), Geflügelknochen (die hohlen Knochen splittern und führen so zu inneren Verletzungen) und rohes Schweinefleisch (birgt die Gefahr der Übertragung der Aujezky’schen Krankheit). Außerdem vertragen sie keine Rosinen, rohe Bohnen, Knoblauch und Avocados. 
Das „Füttern vom Tisch“ birgt ebenfalls gewisse Risiken. Denn nicht alles, was wir für uns selbst kochen, ist auch gesund für den Hund. Unsere Speisen beinhalten Salz und Gewürze, die langfristig Gesundheitsschäden beim Tier verursachen können. 
Katzen-Trockenfutter in Schüssel in Katzenform - © CC0 - Pixabay - Crepessuzette

Katzenfutter für die Katze, nicht für den Hund

Katzenfutter enthält viel zu viel Eiweiß für Hunde, was über längere Zeit zu Juckreiz führen kann. Auch eine vegetarische oder gar vegane Ernährung ist für Hunde nicht geeignet. Sie ist absolut nicht artgerecht und es ist sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, den Hund so mit allen lebenswichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Cairn Terrier mit Fressen im Maul - © CC0 - Pixabay - hazelw90
Beratung beim Tierarzt möglich.

Die richtige Entscheidung beim Hundefutter

Für welche Art der Fütterung man sich auch entscheidet – wesentlich ist, dass die Nahrung alle notwendigen Nährstoffe enthält. Wenn man alles richtig machen will, kann man sich auch von seinem Tierarzt beraten lassen. Dann steht einem langen und glücklichen Hundeleben nichts mehr im Wege!