Der Havaneser - Aufgeweckter Hund mit unbeschwerten Charme

Ein beliebter Familienhund

Havaneser auf Waldweg - © CC0 - Pixabay - buchsammy

Die Herkunft des Havanesers ist nicht eindeutig geklärt. Der beliebte Familienhund wurde vermutlich einst über Seefahrer von den kubanischen oder mitteleuropäischen Küsten aus verbreitet. Die Entwicklung zum heutigen anerkannten Rassehund in verschiedenen Fellfarben erfolgte erst später. Optisch wirkt der kleine Hund mit seinem üppigen Haarkleid wie ein Schoßhund. Im Wesen dagegen offenbart er ungeahntes Potenzial: Havaneser gelten als verspielt, neugierig, lernfreudig, robust und willensstark. Werden Sie dem liebenswerten, aber aufgeweckten Charakter gerecht, eignet sich der lebhafte Zeitgenosse auch für die Wohnungshaltung.

Havaneser Welpe - © CC0 - Pixabay - NicoleDenker

Rassespezifische Merkmale des Havanesers

Die Rassemerkmale sind im FCI-Standard 250, Gruppe 9, Sektion 1.1 geregelt: Havaneser zählen zur Gruppe der Bichons, zu welcher auch der bekanntere Malteser zählt. Die kleinen Hunde haben einen muskulösen Körperbau mit harmonischen Proportionen, der sich unter üppigem, bis zu 18 Zentimeter langem Fell verbirgt. Das Haarkleid ist von weicher Struktur und glatt bis gelockt. Bevorzugt wird dem Rassestandard nach leicht gewelltes Deckhaar. Unterwolle ist nur schwach ausgeprägt, gelegentlich fehlt sie ganz. Farblich gibt es zahlreiche Variationen von Weiß über Cremefarben bis zu verschiedenen Brauntönen. Auch schwarzes, schattiertes und geflecktes Fell ist in diesen Farbschlägen zulässig.
Trotz der recht kurzen Beine zeichnen sich Havaneser durch einen federnden, elastischen Gang aus. Der Schädel ist im Ansatz recht breit, der Stop mäßig ausgeprägt, die spitz zulaufenden, hängend abgeknickten Ohren sind hoch angesetzt und ebenso die Rute, die gebogen oder über den Rücken gerollt getragen wird. Die Schulterhöhe bewegt sich zwischen 21 und 29 Zentimetern, das Gewicht sollte vier bis acht Kilogramm betragen.
Havaneser mit treuem Blick - © CC0 - Pixabay - office174

Schoßhunde mit bewegter Geschichte

Der Begriff Bichon stammt aus dem Französischen und wird je nach Kontext mit „Herzchen“ oder „Liebling“ übersetzt. Umgangssprachlich hat sich „Schoßhund“ durchgesetzt. Die Namensgebung ist wahrscheinlich auf die Beliebtheit des Havanesers bei den Damen des französischen Adels zurückzuführen, die sich gerne mit den kleinen Hunden zeigten.
Es ist nicht geklärt, ob der Havaneser seinen tatsächlichen Ursprung in Kuba hat oder ob er durch europäische Seefahrer dorthin gelangte. Der Rassename zumindest ist eine Anlehnung an die kubanische Hauptstadt. In Kuba existiert außerdem eine ähnliche Rasse, der „Blanquito de la Habana“ mit weißem Haarkleid. Es ist anzunehmen, dass der heutige Havaneser durch eine Einkreuzung des Pudels entstand. Eine Zukunft auf Kuba war den Hunden allerdings nicht vergönnt: Sie galten als Luxusgut und symbolisierten den Kapitalismus, weshalb sie unter Fidel Castro nicht geduldet wurden. Mit Flüchtlingen gelangten einige Exemplare nach Nordamerika und von dort Ende des 20. Jahrhunderts auch nach Deutschland: Eine Züchterin importierte ein Paar, welches als Basis für den heutigen Standard diente. Im Mittelmeerraum gab es bereits zuvor Vertreter der Art, allerdings nicht als anerkannte Rasse.
Havaneser liegt am Boden - © CC0 - Pixabay - grugo

Der Havaneser hat einen aufgeweckten Charakter

Havaneser sind aufmerksam, gelten jedoch keinesfalls als Kläffer. Ihr aufgeweckter Charakter strahlt unbeschwerten Charme aus. Die Hunde sind verspielt und stehen gerne im Mittelpunkt des Interesses. Das erreichen sie gelegentlich durch kleine lustige Einlagen. Sie sind lernfreudig und lassen sich zu allerlei Kunststücken animieren. Einst waren sie beliebte Darsteller in Wanderzirkussen. Dank ihres aufgeschlossenen Wesens gestaltet sich die Erziehung recht einfach, wenngleich natürlich wie bei jedem Hund liebevolle Konsequenz erforderlich ist.
Havaneser - © CC0 - Pixabay - Lisylia

Bewegungsfreudiges Energiebündel

Im Rassestandard ist der Havaneser den Begleithunden zugeordnet und kann eine entsprechende Prüfung mit seinem Lerneifer auch erfolgreich absolvieren. Am liebsten spielt und tobt der kleine Hund aber, weshalb ihm das Apportieren ebensolches Vergnügen bereitet wie Agility und ausgedehnte Spaziergänge. Er gilt als idealer Familienhund und Spielgefährte für Kinder, sofern diese nicht zu grob mit ihm umgehen. Obwohl er gerne in Bewegung ist, genießt er gleichermaßen entspannende Streicheleinheiten und zieht sich zum Schlafen zurück, wenn er sein Vergnügen hatte. Alleine bleibt er in der Regel allerdings nicht so gerne – er gilt als sehr anhänglich und gesellig. Dennoch kann sich bisweilen Sturheit durchsetzen. Insbesondere mögen viele Havaneser keine lauten Kommandos und übertriebene Strenge. Lieber lernen sie spielerisch und lassen sich durch Lob und kleine Belohnungen motivieren.
Havaneser - © CC0 - Pixabay - buchsammy

Havaneser sind ideal für die Wohnungshaltung

Havaneser können lernen, Alarm zu schlagen, aber auch, sich ruhig zu verhalten. Deshalb stellt die Wohnungshaltung üblicherweise kein Problem dar. In einer Familie fühlt er sich genauso wohl wie bei einer Einzelperson. Seine Anpassungsfähigkeit ermöglicht das Leben in der Stadt, sofern er ausreichend Bewegung und Beschäftigung hat. Ein Haus mit Garten oder das Landleben lehnt er selbstverständlich auch nicht ab. 
Havaneser - © CC0 - Pixabay - SDanzger

Rassetypische Besonderheiten des Havanesers

Da der Havaneser wenig bis keine Unterwolle hat und kein saisonbedingter Fellwechsel stattfindet, kann er unter Umständen auch von einem Allergiker gehalten werden. Fellpflege muss dennoch sein. Das tägliche Bürsten erhält den seidigen Glanz des Haarkleides, beugt Verfilzungen vor und entfernt zugleich leichte lose Haare, Verschmutzungen oder Mitbringsel aus der Natur. Dichtes Fell zwischen den Pfotenballen kann jederzeit vorsichtig mit einer Schere gekürzt werden. Eine regelmäßige Kontrolle der Ohren ist ratsam. Besteht eine Neigung zu tränenden Augen, schafft kürzeres Fell oft Abhilfe. Die täglichen Pflegemaßnahmen funktionieren am besten, wenn der Hund sich schon im Welpenalter daran gewöhnt.
Havaneser - © CC0 - Pixabay - NicoleDenker

Ernährung und Lebenserwartung

Eine ausgewogene, der Aktivität angepasste Ernährung ist wichtig. Die Rippen sollten unter dem Fell noch zu fühlen sein. Übergewicht begünstigt verschiedene Erkrankungen und führt zu einer übermäßigen Belastung des ansonsten stabilen Bewegungsapparates. Lediglich eine Kniescheibenluxation wird wie bei vielen kleinen Hunderassen häufiger verzeichnet. Die Lebenserwartung der als robust eingestuften Hunde liegt bei etwa 15